Liebe Gemeinde!
In der Evangeliumslesung und in dem Lied, das wir gerade gesungen haben, war viel vom „Teufel“ die Rede. Wenn in der Kirche und im Gottesdienst vom Teufel gesprochen wird, hört man von vielen Seiten Kritik: Den Menschen werde mit der Rede vom Satan unnötig Angst gemacht. Außerdem sei die Vorstellung vom Teufel nicht mehr zeitgemäß. Sie verharmlost, das oft schreckliche Unrecht, das in Wirklichkeit Menschen begehen.
Für den katholischen Theologieprofessor Simone Paganini ist die Figur des Satans eine „Projektionsfläche“. Dazu sagt er in einem Radio-Interview folgendes: „Der Teufel ist die klassische Gestalt, die immer wieder ins Spiel kommt, wenn man keine andere Erklärung hat. Es gibt eine Epidemie. Wer ist schuld? Der Teufel. Es gibt einen Krieg. Wer ist schuld? Der Teufel. Aber auch in der Familie: Mann und Frau finden nicht zusammen. Wer ist schuld? Der Teufel. Alles was nicht harmonisch ist, was mit Zwietracht zu tun hat, wird dem Teufel quasi zugeschrieben. Das ist im Prinzip eine sehr billige Erklärung, um alles zu erklären, was in der Politik nicht funktioniert.“