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"Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose um waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, bum ihn dem Herrn darzustellen, wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn (2.Mose 13,2; 13,15): »Alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht, soll dem Herrn geheiligt heißen«, und um das Opfer darzubringen, wie es gesagt ist im Gesetz des Herrn: »ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben« (3.Mose 12,6-8).
Und siehe, ein Mann war in Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser Mann war fromm und gottesfürchtig und awartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war mit ihm. Und ihm war ein Wort zuteil geworden von dem Heiligen Geist, er solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen. Und er kam auf Anregen des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz, da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:
Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern,ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.
Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde.
Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – und aauch durch deine Seele wird ein Schwert dringen –, damit vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem Stamm Asser; die war hochbetagt. Sie hatte sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt, nachdem sie geheiratet hatte, und war nun eine Witwe an die vierundachtzig Jahre; die wich nicht vom Tempel und adiente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten."

Liebe Gemeinde,

Die Szene, in die uns heute der Predigttext entführt, ereignete sich 40 Tage nach der Geburt von Jesus In der christlichen Tradition redet man von dem Fest „Darstellung Jesu im Tempel“. So steht es auch als Überschrift in der Lutherbibel. Dieses Fest beging man nur für den Erstgeborenen einer Familie: Es erinnert an die Befreiung aus Ägypten und an die 40-jährige Wüstenwanderung. Während damals, bei der letzten und schlimmsten Plage die erstgeborenen Kinder der Ägypter getötet wurde, blieb die Erstgeburt der Juden verschont. Das Volk Israel durfte Ägypten verlassen. Eigentlich wären nun die Erstgeborenen jeder Familie für den Dienst für Gott bestimmt gewesen. Aber auf der Wüsten-wanderung wurden irgendwann die Angehörigen des israelitischen Stammes Levi zu diesem Dienst ausgewählt – dem späteren Tempeldienst. Die Erstgeborenen mussten aber von diesem Dienst gewissermaßen „freigekauft“ werden, sie wurden ausgelöst. Da Bethlehem nahe bei Jerusalem liegt, vollzogen Maria und Josef diese Auslösung im Tempel. Das Opfer, das sie für Jesus darbringen, ist übrigens das „Ersatzopfer“ für die armen Leute, nämlich zwei Tauben. Wie schon bei der Geburt im Stall wird deutlich: Jesus gehört zu den Armen. Und er erfüllt das ganze Gesetz, er ist ganz Mensch.

Nun bekommt aber unsere Geschichte eine besondere, eine ungewöhnliche Wendung. Und diese Wen-dung hat mit zwei außergewöhnlichen Personen zu tun: Simeon und Hanna.

Von Simeon heißt es, dass er auf den Trost Israels wartete, auf den versprochenen Messias. Simeon ist über diesem Warten alt geworden. Öfter wird man mit Fingern auf ihn gezeigt haben, wenn er wieder mit tastenden Schritten den Weg zum Tempel ge-gangen ist, um dort täglich seine Gebete zu verrich-ten. Und dann ist da noch Hanna: Auch sie ist hochbetagt. Diese Frau hat über 50 Jahre als Witwe gelebt. Sie hat in Einsamkeit und Armut gelebt, denn das war in der Regel das traurige Schicksal für eine Wit-we in jener Zeit. Auch sie wartet auf den Befreier, der ihr die Erlösung bringen soll. Eines Tages kommen Maria und Josef in den Tempel, um also den im Gesetz des Mose vorgeschrieben Ar-menbetrag für den erstgeborenen Sohn zu entrich-ten, zwei Tauben. Ich stelle mir vor, dass an dieser kleinen Gruppe absolut nichts Ungewöhnliches ist. Auch das kleine Kind sieht nicht besonders aus. Es trägt gewiss keinen Heiligenschein. Jesus ist ein kleiner Säugling, der aussieht wie tausend andere Neugeborene auch. Und die Eltern sehen aus wie tausend andere arme Leute auch. Aber Simeon sieht mehr. In diesem Kind kleiner Leute sieht er den Retter. Er sieht den, auf den er ein Leben lang gewartet hat. Da weiß Simeon, dass sein Leben ans Ziel gekommen ist. Und Simeon stimmt einen bewegenden Lobgesang an: »Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.«

Liebe Gemeinde! Wer glaubt, sieht mehr. Denn jeder gläubige Mensch rechnet mit Gott, nimmt seine Umgebung, seine Mitmenschen und die ganze Welt aus einem anderen Blickwinkel wahr. Auch der gläubige Simeon und die Prophetin Hanna sieht nicht nur, was ist und was vor Augen steht. Die beiden alten und weisen Leute wis-sen, was Gott mit dieser Welt noch vorhat. Sie wissen: Diese Welt, mit all ihren Problemen und Epidemien, mit ihren schrecklichen Krankheiten und Kriegen, diese Welt soll heil werden. Darum sieht Simeon und sieht Hanna schärfer, genauer und weiter als andere Menschen. Das ist auch notwendig. Denn den allgemeinen Hoff-nungen auf den Messias entsprach das Kind absolut nicht. Der Messias sollte wuchtig und mächtig kommen und das Land befreien. Er sollte kommen und Gottes Recht aufrichten. Diese ganze Herrlichkeit des Messias soll in diesem ärmlichen Kind zu sehen ist? So etwas kann der Glaube nur gegen allen Augenschein behaupten. Doch wer glaubt, sieht mehr. Simeon und Hanna rechnen mit Gott in ihrem Leben. Sie wissen: Die Gegenwart, das traurige Jetzt und Heute, das ist nicht die ganze Wahrheit. Diese Welt ist nicht nur durch das bestimmt, was wir aus ihr gemacht haben, sondern auch durch das, was Gott mit ihr noch vorhat. Das ist der besondere Blick der gläubigen und weisen Menschen. Das kleine Kind Jesus, das da von Maria und Josef mit zwei Tauben ausgelöst wird, es ist der erwartete Retter. Nicht so, wie manche es erwarten.Darum sagt Simeon auch: An diesem Kind werden sich einmal die Geister scheiden: »gesetzt zum Fall und zum Aufstehen für viele ... und zu einem Zei-chen, dem widersprochen wird.«

Liebe Gemeinde! An Jesus scheiden sich bis heute die Geister: Für fromme Juden ist ein gekreuzigter Messias bis heute undenkbar. Für viele Christen, ist er der entschei-dende Maßstab ihres Lebens. Für viele andere ist er inzwischen nur noch ein Achselzucken wert. Wieder andere gehen noch weiter uns sagen: „Diesen Glau-ben an Jesus, den braucht kein Mensch mehr.“ Simeon und Hanna, zwei alte Menschen, sie sind nach langem Warten, nach Jahrzehnten des Wartens an das Ziel ihres Weges gelangt. Nun können sie in Frieden gehen. Denn sie haben gesehen, wonach sie sich gesehnt haben. Ich wünsche euch und mir in diesen herausfordern-den Zeiten diese Geduld von Simeon und Hanna, dass wir warten können auf Gottes Hoffnungszeichen. Ich wünsche uns den wachen Blick. Einen Blick, der mehr sieht, als nur die momentane Situation mit Einschränkungen, Ausgangssperren und sozialer Distanz. Ich wünsche uns das Vertrauen, dass Gott unsere Welt heilen will. Dann können auch wir Wunden heilen, die unsere momentanen Verhältnisse geschlagen haben.

Lasst uns das Heil der Welt in diesem Jesus suchen, der ganz Mensch geworden ist und darum ganz auf unserer Seite steht.

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir‘s wohl gefallen. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen. Und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen.“ (Paul Gerhardt, EG 37,1+4)

Und der Friede Gottes, der höher ist, als alles Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen.

(Predigt nach einer Idee von Hans-Martin Lübking in: "Beim Wort genommen", S. 251)

 

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

Gestern noch waren wir zu Gast im Stall in Bethlehem. Heute, einen Tag später, begeben wir uns nach Jerusalem, in die Hauptstadt Israels. Gleichzeitig reisen wir in der Zeit um etwa 540 Jahre zurück. Wir befinden uns in der Zeit des babylonischen Exils. Jerusalem, der politische und religiöse Mittelpunkt der Menschen aus Israel, war seit Jahrzehnten nur noch eine Trümmerwüste. Die Babylonier hatten die Stadt im Jahr 587 V. Chr. erobert und zerstört. Außerdem wurde ein erheblicher Teil der Bevölkerung, die so genannten „Oberen Zehntausend“, kurzerhand mitgenommen und ins Exil nach Babylon ver-schleppt. Das Schlimmste für die Menschen aus Isra-el aber war, dass der prächtige Tempel, den König Salomo einst hatte erbauen lassen, ebenfalls zerstört worden war. Die Israeliten waren überzeugt: Wenn Gott es zu-lässt, dass der heilige Tempel dem Erdboden gleich-gemacht wird, dann hat Gott uns verlassen. Ja, dann gibt es ihn vielleicht gar nicht. Das Selbstvertrauen der Israeliten lag in Trümmern, - politisch und im Glauben. Genauso, wie die Stadt Jerusalem mit ihrem Tempel Trümmern lag. Dann, nach fast 50 Jahren, als man schon alle Hoffnung auf eine Rückkehr in die Heimat aufgegeben hatte, tritt ein Prophet auf. Ein Prophet mit einer wundervollen Hoffnungsbotschaft. Diese Botschaft ist überliefert im zweiten Teil des Jesajabuches. Ich lese, was im 52. Kapitel aufgeschrieben ist:

„Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König! Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt. Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.“

Liebe Gemeinde! ER ist wieder da. Der König der Welt. Der Gott Israels. Er ist wieder da. Er ist zurückgekehrt. Diese Freudenbotschaft verkündet der unbekannte Prophet, den man in der Forschung den „zweiten Jesaja“, den „Deuterojesaja“ nennt: ER ist wieder da und will ge-nau dort wohnen, wo nur noch Trümmer herumliegen. In Jerusalem. Darum können sogar die Trüm-mer zu jubeln beginnen. Was für ein schönes Bild: Die Trümmer, das Symbol schlechthin für Niederlage, für Zerstörung und Tod, genau diese Trümmer jubeln. Manche Menschen haben ja auch den Eindruck, dass das Weihnachtsfest heuer in Trümmern liegt. Angefangen von den starken Einschränkungen bei Gottesdiensten, viele wurden ja ganz abgesagt, über die nächtliche Ausgangssperre bis hin zu den strengen Vorgaben für Familienbesuche. Für viele liegt Weihnachten vor allem deshalb in Trümmern, weil ein Familienmitglied ernsthaft an Corona erkrankt oder gar verstorben ist. Vor allem aber diese Unsicherheit, wie es weitergeht mit der Pandemie und den Mutationen des Virus, wie es weitergeht am Arbeitsplatz und und und, …. Alles das lässt unser Bild von Weih-nachtsidylle zerbrechen. Manchen Zeitgenossen ist die Lust auf das Weihnachten-Feiern ganz vergan-gen, wenn man nicht einmal ohne schlechtes Gewis-sen seine Familienmitglieder zur Begrüßung umar-men darf. Die Nächstenliebe braucht, bei aller ver-ständlicher Rücksichtnahme, eben auch diese sinnlichen Aspekte, damit wir nicht innerlich verkümmern. Kann aus diesen Weihnachtstrümmern noch etwas Positives werden?

Mit dem Propheten Jesaja sage ich euch: Ja, es kann. „Yes, we can“ gewissermaßen. Es kann gut werden, weil Gott in diesen Trümmern menschlicher Hoffnungen wohnt. Er wohnt dort nicht erst, aber vor allem seit Jesus. Jesus wohnt nicht im Palast des Königs Herodes. Gott hat für Jesus den armen Stall gewählt und die armen Hirten als Besucher. Nein, in diesen Trümmern steckt noch Leben. Inmitten dieser Trümmer von Weihnachten, wie wir sie heuer an vie-len Stellen erleben, ist eben nicht alles schlecht. Denn Gott ist wieder da. Jesus liegt wieder in der Krippe, und wir dürfen uns an ihm freuen. Und das Kind in der Krippe sagt uns: Es gibt Hoffnung.

Freilich, liebe Gemeinde! Mit den Trümmern von Weihnachten, mit den Trümmern unseres Lebens, kann man immer unter-schiedlich umgehen. Und das erleben wir gerade in diesen Pandemietagen immer wieder:

Es gibt Leute, die tief gebeugt über den Trümmern ihres Lebens verharren und Gott und die Welt ankla-gen. Das hat sein Recht für eine bestimmte Zeit. Aber auf Dauer macht das Verweilen in Trauer und Anklage depressiv oder aggressiv.

Dann gibt es auch Leute, die so tun, als gäbe es keine Trümmer, keine Bruchstücke in ihrem Leben. Diese Menschen ignorieren die Trümmerhaufen, die sie umgeben, und dann stolpern sie früher oder später doch darüber. Denn die Trümmer liegen ja noch im Weg herum. Es gibt Leute die ignorieren die Ernsthaftigkeit dieser Pandemie. Sie ignorieren Verbote und treffen sich zu illegalen Feiern. Und dann stolpern sie früher oder später darüber, weil sie hohe Strafen zahlen müssen, selbst krank werden oder andere krank machen.

Es gibt aber auch Leute, die krempeln die Ärmel hoch und fangen an, die Trümmer ihrer Existenz aufzuräumen. Dabei sortieren sie aus, was sie noch ge-brauchen können und was wertlos geworden ist. Sind die Trümmer beiseite geräumt und ist das Wertlose vom Wertvollen getrennt, dann entsteht Platz für etwas Neues. Dabei stellt man fest, dass man vieles von den alten Trümmern durchaus noch verwenden kann. Liebe Gemeinde! Unser Predigttext aus dem Jesajabuch macht uns Mut, die Ärmel hochzukrempeln und voller Zuversicht dieses Weihnachten zu feiern. Weil Gott mit uns ist.

Übrigens: Israel hat damals nach der Rückkehr aus dem Exil auch die Ärmel hochgekrempelt und den Tempel im zerstörten Jerusalem neu aufgebaut. Die-ser Tempelneubau war kein Zuckerschlecken. Es gab viel Streit und Ärger, wie das bei großen Bauprojekten fast immer passiert. Das kennen wir ja auch in Neustadt. Aber am Ende stand der Tempel. Weil letztlich alle, die daran gebaut haben, innerlich getragen wurden. Getragen von der Überzeugung: Gott wohnt mitten unter uns. Und er heilt unsere Zerstrittenheit, unser Aufeinanderprallen von unterschiedlichen Vorstellungen, unsere unvollkommenen Pla-nungen. Er heilt unsere Sünde und lässt etwas Gutes daraus wachsen. Also, lasst uns jubeln und voller Freude auf die Freu-denboten hören.

In der Weihnachtsgeschichte sind die Freudenboten die Engel, die uns die „gute neue Mär“ von der Geburt des Heilands verkünden: „Vom Himmel hoch, da komm ich her. Ich bring euch gute neue Mär. Der guten Mär bring ich so viel. Davon ich singen und sagen will.

Und der Friede Gottes, der höher ist, als alles Ver-nunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen.

 

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Licht in dunkler Zeit
Strahle hell, strahle weit. 

Leucht in viele Herzen rein
Rühr Menschen an zart und fein. 

Find das Gute, das drin schlummert;
heile, wenn dort Kummer wummert. 

Lock die Menschen zu deinem Schein,
Wärm die Herzen, lad sie ein. 

Schau nur wie die Augen glänzen,
Freudig schimmern ohne Grenzen,
Werden selbst zum sanften Strahlen
Zeigen Liebe, gerne Allen. 

Und man nimmt die Kerze mit
innerlich bei Schritt für Schritt.
Und ein Lächeln auf den Lippen
zieh´n Gedanken zu den Krippen,
zu den Plätzen dieser Welt
wo Menschen leiden ohne Geld.

Ob sie der Kerze heller Schein
erreicht mit Macht, stark und rein?
Lasst es das Licht der Hoffnung werden
und Frieden bringen hier auf Erden.

Christine Rupprecht

Zum 300-jährigen Jubiläum besuchte uns Regionalbischof Klaus Stiegler aus Regensburg, um die Festpredigt zu halten. Im Folgenden finden Sie sein Manuskript zum Nachlesen. Den Bericht über den Gottesdienst finden Sie hier.
 

Liebe festliche gestimmte Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Als Predigttext für diesen festlichen Kirchweihtag hören wir aus Psalm 84, 2-8:

Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott. Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln! Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, / wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen. Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion.

Dieser Psalm ist ein Gebet voller Sehnsucht. Da sehnt sich ein Mensch danach, im Tempel in Jerusalem zu sein. So gerne möchte er oder sie doch mit dabei sein, wo andere singen und beten. So wie heute, an diesem so besonderen Festtag sicher auch viele Menschen in Neustadt am Kulm sich danach sehnen, im Gottesdienst mit dabei zu sein - und es nicht können. Nicht zuletzt die Bläserinnen und Bläser, die diesem Gottesdienst doch so gerne einen ganz besonderen musikalischen Glanz verleihen wollten. Sehnsucht ist es etwas, was uns tief im Herzen, in unserer Seele berührt. So sehr vermissen und wünschen wir uns etwas, und das Ersehnte ist doch unerreichbar fern.

Regionalbischof Klaus Stiegler

Pfarrer: So, nachdem wir heute das Erntedankfest feiern, gönne ich mir im Gottesdienst eine kleine Brotzeit.

(Pfarrer setzt sich an einen kleinen Tisch, holt einen Laib Brot und ein Brotmesser, bindet sich einen Latz um.)

Pfarrer: Ach ja, vorher natürlich noch das Tischgebet: Wir leben nicht vom Brot allein. Es muss dein Wort auch bei uns sein. Wir danken dir, dass du uns liebst und uns dies beides täglich gibst. Amen.

(Nimmt das Brotmesser zur Hand und will den Brotlaib anschneiden.)

Stimme: Guten Appetit!

Pfarrer: Wie ….. was …. Wer spricht da?

Stimme: Erkennst du mich nicht?

Pfarrer: Ehrlich gesagt, nein. ….. Bist du ….. bist du am Ende Gott, der mit mir spricht?

Stimme: Nein, Gott bin ich nicht. Wie kommst du darauf?

Pfarrer: Na, ich dachte, weil wir hier Gottesdienst feiern. Und da spricht ja Gott zu uns.

Stimme: Gott spricht zu euch durch sein Wort aus der Heiligen Schrift. Nein, ich bin das Brot.

Pfarrer: Das …. Brot?

Stimme: Ja.

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

„Haben Sie eigentlich Ihre Berufung gefunden?“

Berufung, was ist das eigentlich? Es gibt den „Beruf“, den wir ausüben oder ausgeübt haben. Und es gibt die „Berufung“. Der Unterschied zwischen beidem liegt im persönlichen Glück und in der Zufriedenheit. Einen Beruf habe ich, um beschäftigt zu sein und um Geld zu verdienen. Bei einer Berufung sind passen Person und Arbeitsstelle wie ein Schlüssel in das richtige Schloss. Und die Tür, die sich mit diesem Schloss öffnet, ist die Tür in ein erfülltes Leben. Nun habe ich den Eindruck, dass man sich vor Beratungsangeboten derzeit gar nicht mehr retten kann. Buchhandel, Internet und soziale Medien überschwemmen den Markt geradezu mit Ratgebern und Kursen, wie ich meine Berufung, sprich meinen Traumjob finde. Im Internet gibt es tatsächlich eine Homepage mit der Adresse: www.karrierebibel.de. Nur hat diese Karrierebibel mit unserer Bibel überhaupt nichts zu tun, sondern diese Homepage ist eine Informationsplattform für alles, was mit der richtigen Berufswahl zu tun hat. Glaubt man den Ratschlägen auf den verschiedenen Internetseiten, so braucht man vor allem folgendes, um seine persönliche Berufung zu finden:

  • Zeit und Ruhe
  • Gespür für die eigene Intuition
  • Gute Selbstwahrnehmung
  • Meditation oder andere fernöstliche Praktiken wie Yoga, Tai Chi oder Qi Gong.
Pfarrer Hartmut Klausfelder
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