+++ Hier finden Sie besinnliche Texte oder die Predigt vom letzten Sonntag zum Nachlesen. +++
Hier finden Sie einige unserer letzten Predigten und Texte zum Nachlesen. Die Rechte liegen hierbei immer beim jeweiligen Autor (jeweils unter dem Text angegeben).
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Viel Glück und viel Segen
auf all deinen Wegen,
Gesundheit und Frohsinn
sei auch mit dabei.

Strahlt mit mir vor Freude!
Geburtstag ist heute.
Die Kirche begeistert
uns Menschen ganz neu.

Begeistert? - Von wegen!
So wenig Wert legen
heut viele auf Kirche -
und laufen vorbei.

Statt Kirchgang und Beten,
da woll’n sie austreten.
Gemeinschaft im Glauben
ist doch einerlei ?

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

Wenn dir eine Sache Angst macht, oder wenn etwas Bedrohliches auf dich zukommt, was machst du da? Ich denke, dass es in einer brenzligen oder gefährli-chen Situation immer zwei grundlegende Verhal-tensmuster gibt:

  • Entweder du läufst davon und versteckst dich und wartest, bis die Gefahr vorüber ist. Das ist die Strategie der Schnecke, die sich beim kleinstes Anzeichen einer Bedrohung in ihr Schneckenhaus zurückzieht.
  • Oder, das ist die zweite Möglichkeit, du holst dir eine Waffe und rüstest dich für den Kampf. Diese zweite Strategie haben wir Menschen uns von den Raubtieren abgeschaut, die erst dann davonlaufen, wenn die Gefahr übermächtig wird. Ansonsten beginnt das Raubtier zu knurren, fletscht die Zähne, zeigt seine Krallen und nimmt den Kampf auf.
Pfarrer Hartmut Klausfelder

„All Morgen ist ganz frisch und neu Des Herren Gnad und große Treu; Sie hat kein End den langen Tag, drauf jeder sich verlassen mag.“

Liebe Gemeinde!

Auf den ersten Blick wirkt dieser alte Choral aus der Reformationszeit wie Lied für die Frühaufsteher. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, - und wer in der Frühe beizeiten frisch ans Werk geht, dem fällt es leicht, in die erste Strophe unseres Kirchenliedes einzustimmen.

Aber bereits die zweite Zeile des Liedtextes macht deutlich: Hier geht es nicht um die Verheißungen des frühen Aufstehens am Morgen. Hier geht es um Gottes Gnade und Treue: Jeden Tag geht neu die Sonne auf. Und diese Sonne geht auf für Frühaufsteher und Nachtschwärmer, für Gerechte und Ungerechte, für Junge und Alte, Männer und Frauen. Und so, wie die Sonne an jedem Morgen einen neuen Anfang macht, so macht Gott mit jedem von uns einen neuen Anfang. Ganz egal, welche finsteren Gedanken uns in der Nacht gequält haben. Ganz egal, welche Sorgen uns den Schlaf geraubt haben. Ganz egal, welche Schuld uns drückt. Die Gnade Gottes ist wie die Sonne. Sie scheint jeden Morgen neu. Auch, wenn uns manchmal Wolken den direkten Blick auf die Sonne nehmen. Sie ist da, die Sonne - und die Gnade Gottes.

Gnade heißt, gut reformatorisch gedacht: Begnadigung. Gott macht dich frei, einfach so. Du hast es vielleicht nicht verdient. Du fühlst dich vielleicht immer noch schuldig. Aber du bist frei, di bist begnadigt. Und so frei sollst du in den neuen Morgen gehen, wenn du dieses Lied singst: „All Morgen ist ganz frisch und neu“.

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

Sechs Jahre ist es her, da haben wir zum letzten Mal an Christi Himmelfahrt hier in der Kirche einen Got-tesdienst gefeiert. Ein Himmelfahrtsgottesdienst unter dem Kirchen-dach kommt also in letzter Zeit recht selten vor. Ich finde, das müssen wir ausnützen: Lasst uns mit-einander im Rahmen der Predigt ein Bild betrachten. Ein Bild, das sich hier in der Kirche befindet. Ein Bild, welches zum Feiertag Christi Himmelfahrt passt. Nachdem sich unser Blick an diesem Tag so-wieso himmelwärts richten soll, lade ich Sie ein, mit mir zusammen nach oben an die Decke zu schauen. Dort sehen Sie, ziemlich genau in der Mitte, also in zentraler Position, eine interessante Darstellung von der Himmelfahrt Jesu.

Mir sind vor allem die beiden Fußstapfen unter der Christusfigur aufgefallen: Der auferstandene Christus mit der Siegesfahne schwebt im himmlischen Glanz, während unten auf dem Berg noch zwei dunkle Fuß-stapfen zu erkennen sind, - stumme Zeugen seines bisherigen Standortes und seines irdischen Leben. Man kann diese Art der Himmelfahrtsdarstellung durchaus mit einem Schmunzeln kommentieren und darüber spekulieren, ob denn der Boden auf dem Berg wohl recht weich gewesen ist oder ob Jesus so schwer war, das sich da zwei so deutliche Fußspuren eingeprägt haben ….

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Gutta cavat lapidem.
Was für Worte sind das denn?
Unser Pfarrer spricht lateinisch,
fühlt sich wohl besonders heimisch
in der Sprache die uns fremd,
die nur noch der Fachmann kennt:
Gymnasiast und mancher Lehrer, -
es sind nicht mehr viel Verehrer,
dieser alten schönen Sprache.
Traurig wegen dieser Sache
bin ich indes schon. Ihr wisst:
Die Mutter vieler Sprachen ist
gefüllt mit Lebensweisheit pur.
Doch kann den Sinn ergründen nur,
wer sie ernst nimmt, diese Sprüche
aus der alten Sprachenküche,
weshalb ich auch den Spruch gut kenn:
Gutta cavat lapidem“,
Doch, was bedeuten diese Worte?
Auf Deutsch gehör’n sie zu der Sorte
Spruchweisheiten, die man kennt,
die man oft zitiert und nennt.
Dieses Sprichwort prägt sich ein:
 „Steter Tropfen höhlt den Stein.“

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

Auch der Evangelist Johannes berichtet über die Taufe von Jesus. Aber, wie so oft beim 4. Evangelisten, ist dieser Bericht so ganz anders, als in den drei ersten Evangelien. Man merkt deutlich, dass der Evangelist Johannes die Geschichte von Jesu Taufe als bekannt voraussetzt. Darum muss er sie nicht noch ein viertes Mal so erzählen, wie Matthäus, Markus und Lukas. Stattdessen lässt der vierte Evangelist den Täufer Johannes eine längere Rede halten, als Jesus zur Taufe an den Jordan kommt. Und diese Rede ist, auch wieder typisch für den Evangelisten, ein langes und tiefsinniges Reflektieren über die Rolle von Jesus und über seine eigene Rolle im großen Heilsplan Gottes. Ich lese den Predigttext, aufgezeichnet beim Evangelisten Johannes im 1. Kapitel:

Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er Israel offenbart werde, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser. Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich sandte zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf wen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.

Pfarrer Hartmut Klausfelder