Die Frankenberger Kerwa stand in diesem Jahr ganz im Zeichen eines besonderen Kirchengeburtstags: Die Heilig-Geist-Kirche wurde 71 Jahre alt. Gleichzeitig bot die Kirchweih erstmals den feierlichen Rahmen, um die umfassend neugestalteten Innenräume der Kirche der Gemeinde zu präsentieren. Entsprechend groß war die Beteiligung der Dorfgemeinschaft am Christi-Himmelfahrts-Wochenende. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, unter den Gästen befand sich auch eine Delegation der Kerwagesellschaft. Der Gottesdienst wurde vom Posaunenchor Frankenberg, mit Unterstützung einiger Bläser aus Neustadt am Kulm, ausgestaltet.
Neun Monate lang wurde geplant, gebaut, geschleppt, diskutiert und gearbeitet. Entstanden ist dabei weit mehr als eine bloße Sanierung. Die Heilig-Geist-Kirche präsentiert sich heute als moderner, flexibel nutzbarer Kirchenraum, der den Anforderungen kirchlichen Lebens in der heutigen Zeit gerecht werden soll. Neben der dringend notwendigen Erneuerung von Heizung und Elektroinstallation wurde der gesamte Innenraum grundlegend verändert.
So erhielt die Kirche einen komplett neuen Boden. Die vorderen Bankreihen wurden entfernt und durch eine flexible Bestuhlung ersetzt. Die Altarstufe wurde auf eine einzige Stufe reduziert. Hinzu kamen ein mobiler Taufstein sowie ein bewegliches Lesepult. Dadurch könne der Kirchenraum künftig vielseitiger genutzt werden – nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für Andachten, Konzerte oder Gemeindeveranstaltungen. Zudem soll im Nebenraum noch eine Teeküche eingebaut werden. Die notwendigen Leitungen dafür wurden bereits verlegt, um die Kirche künftig noch flexibler nutzen zu können.
Der stellvertretende Dekan Pfarrer Thomas Berthold erinnerte in seinem Grußwort an die Gemeindeversammlung zu Beginn der Umgestaltung. Damals seien die Diskussionen teils hitzig verlaufen. „Die Gemüter waren erhitzt“, sagte Berthold. Niemand hätte sich damals vorstellen können, was letztlich alles geschaffen werde. Besonders erinnerte er an die Aussage eines jungen Mannes während der damaligen Versammlung: „Da kann ich ja hier heiraten und danach stellen wir die Stühle um und machen gleich noch die Feier hier.“ Bertholds Antwort damals wie heute: „Warum denn nicht?“ Gerade in einer Zeit von schwindenden Mitgliederzahlen und fehlenden Zuschüssen brauche es eine flexible Nutzung kirchlicher Räume.
Auch Bürgermeister Christian Porsch griff diesen Gedanken in seinem Grußwort auf und würdigte den Mut der Verantwortlichen, neue Wege zu gehen. Die Neugestaltung zeige, wie lebendig Kirche sein könne, wenn viele Menschen gemeinsam anpacken.
Pfarrer Klausfelder stellte seine Predigt unter das Bild der berühmten „Löwenzahnpredigt“ des Franz von Assisi. Eindrucksvoll spannte er den Bogen von der blühenden Löwenzahnwiese über Ostern und Christi Himmelfahrt bis hin zur Frankenberger Kirchweih. Wie aus dem Löwenzahn erst die goldgelbe Blüte und später die Pusteblume werde, die ihre Samen in die ganze Welt trage, so sei auch Christus „himmelweit“ geworden. Kirche müsse deshalb offen bleiben, wachsen und Menschen zusammenführen.
Nach der Predigt wurden alle Helferinnen und Helfer, die an der Umgestaltung beteiligt waren, namentlich genannt. Der Kirchenvorstand überreichte ihnen als Zeichen des Dankes ein Geschenk. Besonders hervorgehoben wurde dabei Klaus Schmid aus dem Kirchenvorstand, der während der gesamten Bauzeit „den Hut aufgehabt“ und die Arbeiten koordiniert habe.
Im Anschluss dankte die Gemeinde auch Mesner Alfred Ötter, der seinen Dienst aus Altersgründen niederlegte. Über viele Jahre hinweg habe er das Gemeindeleben verlässlich begleitet und geprägt. Seine Aufgaben übernimmt künftig Reinhold Schmid.
Nach dem Gottesdienst zog die Festgemeinschaft weiter auf das Gelände des Hide Away, wo die Frankenberger Kerwa bis in den Abend hinein gefeiert wurde. Bei gutem Essen, Gesprächen und geselligem Beisammensein klang ein Tag aus, der die enge Verbundenheit der Dorfgemeinschaft eindrucksvoll zeigte.




