+++ Hier finden Sie besinnliche Texte oder die Predigt vom letzten Sonntag zum Nachlesen. +++
Hier finden Sie einige unserer letzten Predigten und Texte zum Nachlesen. Die Rechte liegen hierbei immer beim jeweiligen Autor (jeweils unter dem Text angegeben).
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Gutta cavat lapidem.
Was für Worte sind das denn?
Unser Pfarrer spricht lateinisch,
fühlt sich wohl besonders heimisch
in der Sprache die uns fremd,
die nur noch der Fachmann kennt:
Gymnasiast und mancher Lehrer, -
es sind nicht mehr viel Verehrer,
dieser alten schönen Sprache.
Traurig wegen dieser Sache
bin ich indes schon. Ihr wisst:
Die Mutter vieler Sprachen ist
gefüllt mit Lebensweisheit pur.
Doch kann den Sinn ergründen nur,
wer sie ernst nimmt, diese Sprüche
aus der alten Sprachenküche,
weshalb ich auch den Spruch gut kenn:
Gutta cavat lapidem“,
Doch, was bedeuten diese Worte?
Auf Deutsch gehör’n sie zu der Sorte
Spruchweisheiten, die man kennt,
die man oft zitiert und nennt.
Dieses Sprichwort prägt sich ein:
 „Steter Tropfen höhlt den Stein.“

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

Auch der Evangelist Johannes berichtet über die Taufe von Jesus. Aber, wie so oft beim 4. Evangelisten, ist dieser Bericht so ganz anders, als in den drei ersten Evangelien. Man merkt deutlich, dass der Evangelist Johannes die Geschichte von Jesu Taufe als bekannt voraussetzt. Darum muss er sie nicht noch ein viertes Mal so erzählen, wie Matthäus, Markus und Lukas. Stattdessen lässt der vierte Evangelist den Täufer Johannes eine längere Rede halten, als Jesus zur Taufe an den Jordan kommt. Und diese Rede ist, auch wieder typisch für den Evangelisten, ein langes und tiefsinniges Reflektieren über die Rolle von Jesus und über seine eigene Rolle im großen Heilsplan Gottes. Ich lese den Predigttext, aufgezeichnet beim Evangelisten Johannes im 1. Kapitel:

Am nächsten Tag sieht Johannes, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt! Dieser ist's, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich. Und ich kannte ihn nicht. Aber damit er Israel offenbart werde, darum bin ich gekommen zu taufen mit Wasser. Und Johannes bezeugte und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht. Aber der mich sandte zu taufen mit Wasser, der sprach zu mir: Auf wen du siehst den Geist herabfahren und auf ihm bleiben, der ist's, der mit dem Heiligen Geist tauft. Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist Gottes Sohn.

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

Eine Lichtgestalt. Eine himmlische Lichtgestalt hatten sie gesehen, die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes. Jesus war mit ihnen allein auf einen Berg gestiegen. Und da war es passiert: Für einen Moment war der Jesus, den sie kannten, wie verwandelt: Aus dem Menschen Jesus wurde ein himmlisches Wesen, voller Licht, voller Glanz und Herrlichkeit. Und dann diese Stimme vom Himmel: „Das ist mein lieber Sohn. Auf ihn sollt ihr hören.“ Petrus, Jakobus und Johannes konnten es nicht fassen, was sie gesehen hatten. Für sie hatte sich das Tor zum Himmel ein Stück weit geöffnet. Und das Tor war Jesus selbst gewesen.

Aber kaum waren sie an den Fuß der Berges zurück-gekehrt, da platzte das alltägliche Leben mit einem großen Knall auf sie ein. Das alltägliche Elend war von einer Sekunde auf die andere wieder präsent: Am Fuß des Berges der Verklärung waren die ande-ren Jüngerinnen und Jünger in heftige Diskussionen mit Schriftgelehrten und umstehenden Leuten ver-strickt. Es wurde wild gestikuliert, jeder redete auf jeden ein, die Stimmung war gereizt und laut. Was für ein Kontrast zu dem, was Petrus, Jakobus und Johannes auf dem Gipfel des Berges mit Jesus zu-sammen erlebt hatten.

Auch Jesus selbst schien ungehalten von dem Durcheinander und dem Lärm. „Was ist denn los? Worüber streitet ihr denn so laut?“ fragte er sichtlich genervt in die Runde. „Jesus, sieh dir diesen Jungen an“, sagte einer der umherstehenden Jünger zu Jesus: „Die Leute sagen, er ist von einem bösen Dämon befallen. Und dieser Dämon reißt ihn von Zeit zu Zeit auf den Boden. Dann fängt er an zu zucken, wird wild hin- und her-gewälzt und hat Schaum vor dem Mund. Wir haben schon versucht, den bösen Geist aus dem Jungen auszutreiben. Aber wir haben es nicht geschafft. Je-sus, vielleicht solltest du selbst einmal …..“

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

Wir leben in einer Welt, in der sich vieles verändert, zum Teil drastisch: Das Klima wandelt sich schneller und heftiger, als von vielen Wissenschaftlern befürchtet. Die noch nie dagewesene Hitzewelle in Australien ist ein weiterer Beleg dafür. Die politische Landschaft, die Zusammensetzung der Parlamente mit Parteien ändert sich ebenfalls grund-legend. Flüchtlingsströme über das Mittelmeer oder auf dem Landweg reißen nicht ab und stellen ganz Europa vor große Aufgaben, die sich nicht einfach mit Mauern, Stacheldraht oder Schießbefehl lösen lassen. So vieles verändert sich, - zum Teil drastisch.

Da wirkt eine Bewegung fast wie eine Art Gegengewicht, wie ich finde. Eine Bewegung, die sich um ein Wort gruppiert. Ein Wort, das in aller Munde ist und zur weltweiten Bewegung geworden ist: Nachhaltig-keit. Nachhaltigkeit, was ist das eigentlich? Blättert man im Duden nach, so erhält man als Er-klärung folgenden Satz: Als „nachhaltig“ bezeichnet man das, was eine für „längere Zeit anhaltende Wirkung“ besitzt. „eine für längere Zeit anhaltende Wirkung ….“ In einer Zeit, in der sich alles ändert, in der alles Verlässliche wegzubrechen scheint, da sehnt man sich „Nachhaltigkeit“ herbei. Man sehnt sich nach etwas Dauerhaftem, nach etwas Bleibendem.

So verstanden, steht die Haltung der Nachhaltigkeit eigentlich auch uns Christen gut zu Gesicht. Schließ-lich besitzt Jesus Christus ja auch eine „länger an-haltende Wirkung“. Und wie lange diese Wirkung schon anhält, an die 2000 Jahre. Auch der für den Silvesterabend vorgesehene Pre-digttext passt zum Gedanken der Nachhaltigkeit. Im so genannten Hebräerbrief, im 13. Kapitel, lesen wir:

„Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade.“

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

Als Predigttext habe ich heute eine Geschichte aus dem Markusevangelium herausgesucht: Markus 5,24b-34.

Bei dieser Erzählung muss ich an eine sehr interessante Fortbildung denken. Sie liegt jetzt schon fast 10 Jahre zurück. Und trotzdem beschäftigt mich das, was ich damals gehört habe, bis heute. Die Veranstalter hatten damals einen professionellen Werbefachmann aus der freien Wirtschaft ein-geladen. Es ging um die Frage, wie wir Kirche werbend wirken können. Oder anders ausgedrückt: Welche Werbung braucht unsere Kirche? Welche Werbung passt zu uns? Und mit welchem Werbeslogan können wir angemessen und zeitgemäß werben? Ich kann Ihnen sagen, es war wirklich spannend mitzuerleben, wie dieser Mann, der sonst Werbe-kampagnen für Ariel, Tschibo und unzählige andere Unternehmen entwirft und seit Jahrzehnten damit großen Erfolg hat, wie dieser Mann unsere Kirche wahrnimmt. Wissen Sie, was der Werbefachmann nach einein-halb Tagen intensivem Kontakt mit Pfarrerinnen, Pfarrern und kirchlichen Mitarbeitern als Werbeslo-gan für unsere Kirche und insbesondere für die Arbeit mit Familien vorgeschlagen hat? Lassen Sie sich diesen Satz einfach einmal auf der Zunge zer-gehen, auch, wenn er fast 10 Jahre alt ist:

„Ein bisschen Gott tut gut.“

Stellen Sie sich einfach einmal in Gedanken ein Plakat dazu vor mit der Kirche von Neustadt am Kulm, mit der Einladung zu einer Veranstaltung oder einem besonderen Gottesdienst, - und darun-ter, neben einem Logo der Satz: „Ein bisschen Gott tut gut.“ Wie ich diesen Vorschlag des erfahrenen Werbefachmannes zuerst gehört habe, dachte ich mir: „So ein Quatsch. Was wollen wir denn als Christen mit ein „bisschen Gott“, mit einem „göttlichen Appetithappen“, „Jesus light“ sozusagen. Gerade uns engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbei-tern, gerade uns überzeugten Teilnehmern an Got-tesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen, uns geht es doch um die ganze Wahrheit, und nicht um ein „bisschen“, um ein kleines Stück davon, oder?

„Ein bisschen Gott tut gut.“

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

„Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“

Dieses geflügelte Worte des Apostels Paulus aus dem 2. Korintherbrief (2. Kor 9,7) könnte ich als Überschrift über meine Erntedankpredigt stellen. Genau darum geht es doch an Erntedank: Es geht darum, dass wir etwas abgeben. Entweder direkt von dem, was auf den Feldern oder in den Gärten wächst, oder in Form von Geldspenden für wohltätige Zwecke, damit sich andere etwas zu essen oder zu trinken kaufen können. „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Dieses Abgeben soll an Erntedank Freude machen. Einer, der mit griesgrämiger Miene etwas von seinem Besitz herausrückt, innerlich zerfurcht von Habgier, gequält von Verlustängsten, so einer hat am Erntedankfest nichts verloren. „Teile fröhlich und gerne – und hab Spaß daran.“ So könnte ein Motto für unser Erntedankfest lauten, oder?

Aber erstaunlicherweise tun sich gerade viele wohlhabende Zeitgenossen immer besonders schwer, gerne etwas abzugeben. Das war früher schon so, und hat sich bis heute nicht geändert. Klar, wer etwas abgibt, der hat ja selbst weniger, selbst, wenn es nur ein kleiner Teil ist. Und gerade bei Menschen, die den Sinn ihres Lebens in erster Linie in der Vermehrung von Hab und Gut sehen, weckt die Aufforderung zum Teilen keine große Begeisterung. Genau da, liebe Gemeinde, liegt der „psychologische Hund begraben“: Wie kann ich solchen Defiziterfahrungen entgegenwirken? Wie kann ich es erreichen, dass sich die Geber von Gaben nicht ärmer fühlen? Wie also kann das Abgeben wirklich Freude und auch Spaß machen?

Pfarrer Hartmut Klausfelder
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