+++ Am Samstag, den 21.12.2019, findet um 17 Uhr wieder ein Adventskonzert des Bayreuth-Kulm-Ensembles statt. +++ Hier finden Sie besinnliche Texte oder die Predigt vom letzten Sonntag zum Nachlesen. +++
Hier finden Sie einige unserer letzten Predigten und Texte zum Nachlesen. Die Rechte liegen hierbei immer beim jeweiligen Autor (jeweils unter dem Text angegeben).
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Predigt über Jesaja 2,1-5

Liebe Gemeinde!

„Wir leben in der besten aller möglichen Welten.“ Würden Sie diesem Satz zustimmen? Oder regt sich Widerspruch? Für Widerspruch hätte ich durchaus großes Verständnis. Wer im Augenblick auf unsere Welt blickt mit der Klimaerwärmung, die immer dramatischere Ausmaße annimmt, mit Überschwemmungen, Trocken- und Hitzeperioden, mit den Kriegen, Attentaten und Amokläufen, mit der anhaltenden Flüchtlingsproblemen, das Mittelmeer droht längst, zum größten Flüchtlingsgrab aller Zeiten zu werden ….. Wenn man das alles überdenkt, kann man schon überrascht die Augenbrauen heben oder die Stirn runzeln, wenn man diesen Satz hört: „Wir leben in der besten aller möglichen Welten.“ Dieser Satz stammt nicht von mir, sondern von einem der bedeutendsten Gelehrten der Weltgeschichte. Nach ihm ist übrigens eine bekannte und traditionsreiche Butterkekssorte aus Hannover benannt worden: Gottfried Wilhelm Leibnitz. Man kann Gottfried Wilhelm Leibnitz als den letzten großen Universalgelehrten bezeichnen. Er lebte an der Wende vom 17. Zum 18. Jahrhundert und argumentiert folgendermaßen: Gott ist vollkommen, - und darum auch allwissend. Weil gott allwissend ist, kannte er bereits alle möglichen Welten, bevor er unsere Welt geschaffen hatte. Und da zur Vollkommenheit Gottes auch seine Güte gehört, kann er nur eine gute Welt erschaffen, nein: er kann gar nicht anders, als die beste Welt erschaffen, die möglich ist. Zu Vollkommenheit Gottes gehört weiter die Allmacht. Gott ist allmächtig darum setzt er seinen Plan von der besten aller möglichen Welten auch um. Aus diesem Grund kann es nur so sein, dass wir wirklich in der besten aller möglichen Welten leben. Liebe Gemeinde! Über diese theologisch-philosophischen Gedankengänge könnte man natürlich lange und gegensätzlich diskutieren …. Auffallend finde ich in jedem Fall, dass der für heute vorgesehen Predigttext gut auf diese These von Gottfried Wilhelm Leibnitz passt. Der Predigttext für den 8. Sonntag nach Trinitatis führt uns in die Zeit des alten Israel zurück. Im Jesajabuch lesen wir von einer Vision des Propheten. Der Prophet Jesaja ist ja allgemein als ein äußerst kritischer Zeitgenosse bekannt und gefürchtet. In unserem Predigttext jedoch malt er mit Worten eine Vision, die auf die Menschen damals wirklich wie die beste aller möglichen Welten gewirkt haben muss. Ich lese aus dem Jesajabuch im 2. Kapitel:

„Dies ist's, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda und Jerusalem: Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des HERRN!

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Jubilarinnen und Jubilare, liebe Gemeinde! Meine Predigt zur Jubelkonfirmation hat wieder ein Motto. Dieses Motto haben Sie sicherlich be-reits im Gottesdienstprogramm gelesen. Ich möchte es hier vorne mit einem Plakataufsteller noch einmal sichtbar machen. Der Titel meiner Predigt lautet:

„Beschwingt durchs Leben gehen“

Bestimmt gab es im Leben unserer Jubilare, aber auch im Leben aller hier Anwesenden solche Momente: Wo Sie beschwingt durchs Leben gegangen sind. Da war Ihr Gang aufrecht, der Kopf erhoben, der Gang leicht federnd. Vielleicht haben Sie sogar ein Lied gepfiffen oder vor sich hin gesungen. Was sind das für Momente, in denen man beschwingt durchs Leben geht? Vielleicht wollen Sie, während ich einige Beispiele nenne, selbst ein wenig in Ihren Erinnerungen kramen … Beschwingt durchs Leben geht man auf jeden Fall nach einem schönen Erlebnis: Du hattest beruflich Erfolg oder im privaten Bereich ist etwas gut gelungen. Oder der Lieblings- Fußballverein hat gewonnen (eine Sache, die mir im letzten Jahr als Club-Fan leider kaum vergönnt war). Vielleicht hat es auch Nachwuchs gegeben in der Familie: Kinder oder Enkel, und alles ist gesund. Oder Sie haben eine Veranstaltung oder ein Konzert miterlebt, und waren begeistert. Nach einem wundervollen Tanzabend geht man vielleicht auch beschwingt nach Hause. Vielleicht erinnern Sie sich auch an ein Erlebnis, wo Ihnen eine Zentnerlast vom Herzen oder von den Schultern gefallen ist: Eine ärztliche Untersuchung hat keinen negativen Befund ergeben. Oder Sie haben eine Prüfung hinter sich gebracht und bestanden. Ja, liebe Jubilare, liebe Gemeinde, ich könnte sicherlich noch viele Beispiele aufzählen. Beispiele für Lebenssituationen, in denen Sie beschwingt durchs Leben gegangen sind. Ich denke, es ist in jedem Falle klar geworden, was für Momente das sind im Leben, die uns zum „Schwingen“ bringen, die den „Swing“ in uns auslösen, um es einmal musikalisch auszudrücken. Bestimmt ist auch der Beter des 103. Psalms beschwingt gegangen oder gelaufen, als er die Worte seines Gebetes gesprochen oder gesungen hat. Möglicherweise hat er sogar dazu getanzt. Wir haben die berühmten Verse des 103. Psalms vorhin im Wechsel als Gebet gesprochen. Ich lese noch einmal einige Verse vor:

1 Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! 2 Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: 3 der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, 4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, 5 der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde! „Kuck mal, wer da spricht!“ Vor genau 30 Jahren kam eine amerikanische Komödie in die Kinos, die auch in Deutschland große Bekanntheit erlangt hat, nicht zuletzt, weil damals die geheimnisvolle Stimme von Entertainer Thomas Gottschalk gesprochen wurde. Kuck mal, wer da spricht!“ Dieser Titel passt auch hervorragend zum heutigen Pedigttext. Denn in dem für morgen/heute vorgesehenen Abschnitt aus der Bibel meldet sich auch eine geheimnisvolle Stimme zu Wort. Wenn Sie gleich die Worte unsere Predigttextes hören, können und sollen Sie sich fragen: Wer spricht das eigentlich? Wenn man so will, beginnt meine Predigt mit einem kleinen Rätsel: „Kuck mal, wer spricht da in der Ich-Form?“ Von wem ist im Predigttext die Rede?

Hören wir auf die Worte aus dem Alten Testament. Ich lese aus so genannten Buch der Sprüche im 8. Kapitel: „Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Meere noch nicht waren, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über den Fluten der Tiefe, als er die Wolken droben mächtig machte, als er stark machte die Quellen der Tiefe, als er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten seinen Befehl; als er die Grundfesten der Erde legte, da war ich als sein Liebling bei ihm; ich war seine Lust täglich und spielte vor ihm allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern. So hört nun auf mich, meine Söhne! Wohl denen, die meine Wege einhalten! Hört die Mahnung und werdet weise und schlagt sie nicht in den Wind! Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, dass er wache an meiner Tür täglich, dass er hüte die Pfosten meiner Tore! Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom HERRN. Wer aber mich verfehlt, zerstört sein Leben; alle, die mich hassen, lieben den Tod."

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Liebe Gemeinde!

„Eigentlich müsste über diesen Bibeltext eine Frau predigen.“ So habe ich mir spontan gedacht, als ich den Predigttext für den heutigen Sonntag zum ersten Mal gelesen habe. Als Mann begibt man sich bei dieser biblischen Geschichte gleich mehrfach aufs sprichwörtliche „Glatteis“, - zumal in der heutigen Zeit: Handelt doch die Erzählung aus dem Lukasevangelium von zwei Frauen und von deren Rollenverständnis im Blick auf Küche und Kirche, wenn man so will. Habe ich Sie neugierig gemacht, - die Frauen und die Männer? Dann hören wir doch einmal hinein in die Erzählung von Maria und Martha, aufgezeichnet beim Evangelisten Lukas im 10. Kapitel:

Pfarrer Hartmut Klausfelder

Alle Rechte beim Autor

I.
Liebe Gemeinde, schaut nur her!
Ich mein das wörtlich, bitte sehr:
Denn um die Augen geht es jetzt
und was ihr Blick für Zeichen setzt.
Ja, schließlich sind die Augen wichtig.
Das weiß jeder, der nicht richtig
auf‘s Sehvermögen bauen kann.
Der ist wirklich übel dran …

Wohl dem, der seine Augen nutzt,
und notfalls auch die Brille putzt.
Wohl dem, der hinschaut und nicht weg,
sonst haben Augen keinen Zweck.
Wohl dem, der nutzt den „Augenblick“,
der findet ganz gewiss sein Glück.
Das gilt im übertrag’nen Sinn
genauso, - und da will ich hin: 

Zunächst will ein Beispiel geben,
aus dem normalen Alltagsleben:
Ihr kennt ja alle diesen Satz. -
In dem steckt echt ein wahrer Schatz:
Einen Augenblick bitte!
Das ist heut der Predigt Mitte.

Pfarrer Hartmut Klausfelder