Sie kamen zu Fuß, per Auto oder mit dem Rad. Alle fühlten sich von der Einladung der Posaunenchöre aus der Kulmregion angezogen. Bei herrlichem Sonnenschein, blauem Himmel und schöner Fernsicht verteilten sich circa 250 Gäste auf der Wiese vor der Fassade der Wallfahrtskapelle St. Barbara auf dem Barbaraberg bei Speinshart.

Diese wurde am 26. August 1756 durch den Regensburger Weihbischof Freiherrn von Stingelheim geweiht. Er stiftete auch die Reliquie der heiligen Barbara. Seit dem Mittelalter pilgern die Gläubigen dort hin. Leider fiel die Kirche 1912 einem Brand zum Opfer, der durch Blitzschlag ausgelöst wurde. Die Ruinen wurden leider nicht mehr aufgebaut. Doch der kleine Kapellenraum und die schöne Fassade, die im Stil des Rokokos erbaut wurde, ist noch erhalten.

Sie bildete am Sonntag einen würdigen Rahmen für die musikalische Abendandacht der vereinigten Posaunenchöre der Kulmregion. Musiker/innen aus den Chören von Wirbenz/Immenreuth/Kemnath, Frankenberg, Neustadt am Kulm und Speichersdorf musizierten zur Ehre Gottes.

Anlass dazu gab das 100-Jährige Jubiläum des Bayerischen Landesverbandes der Posaunenchöre, das eigentlich in diesem Jahr in Nürnberg hätte gefeiert werden sollen. Wegen der Corona Pandemie wurde es auf Juli 2022 verschoben. Als Auftakt und Countdown werden bis dahin in ganz Bayern 101 Konzerte und Andachten angeboten.

Bereits das Eingangsstück „Komme zum Heiland“ war ein herrlich melodischer Einstieg. Dirigiert wurde es von Susanne Kropf (Posaunenchor Wirbenz/Kemnath/Immenreuth).

Monika Klausfelder, die Leiterin des Posaunenchores Frankenberg, begrüßte die Gäste. „Den 100. kann jeder feiern!“, meinte sie mit einem Augenzwinkern und dankte den Bläsern und Chorleiterinnen für den langen Atem, sowie Pfarrerin Spieß für die Mitgestaltung der Andacht.

Dann sinnierte sie über das Motto des Posaunenchortages „Um Himmels Willen“ zu dem ein neues Lied entstanden ist (Christian Schmidt – Text; Melodie von Rüdiger Klufke). Den Himmel stellen sich Menschen unterschiedlich vor. Er ist der Ort der Träume und der Sehnsucht. Er verspricht Leichtigkeit aus der Perspektive der Vögel oder bietet Aus- und Weitblick, wie es auch vom Barbaraberg aus möglich ist.

Im Himmel frohlocken auch die Engel mit Harfen, Posaunen und Trompeten. Alle musizieren aus ganzem Herzen, wie auch die Bläser/innen der Posaunenchöre; und tanzen mit Körper und Seele. Das Sehnen nach Freude, Freiheit, Selbstbestimmung gibt es in jeder Kultur. Im Himmel gibt es keine Unterschiede mehr. Dort wird jeder geliebt, so wie er ist.

Damit spannte sie den Bogen zum nächsten Lied „Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen“, das sie auch dirigierte. Dieses Lied von Paul Gerhard Walter und Kurt Rommel (Satz Dieter Wendel) ist seit den Achtziger-Jahren bekannt und wurde von den Gästen gerne mitgesungen.

Pfarrerin Spieß machte die Anwesenden mit ihren besinnlichen Zwischentexten auf die schöne Natur, die Herbstfarben und das herrliche Fleckchen Erde, das der Barbaraberg bietet, aufmerksam, wofür es leichtfalle, Gott zu danken. Der Herbst zeige aber neben seiner Schönheit auch die Vergänglichkeit in der Natur auf. Geborgenheit und Stärke könne man aber immer vom Himmel bekommen.

Die Jüngste in den Reihen der Dirigentinnen, Christiane Bayer, leitete dann das ruhige Stück „I Vow To Thee, My Country“ von Gustav Holst an. Dieses Musikstück war wunderbar dazu geeignet, dass die besinnlichen Worte in den Zuhörern nachhallen konnten.

„What a wonderful world“ ist weltweit bekannt und schallte am Sonntag weithin hörbar vom Barbaraberg hinunter. Die Gäste genossen es sichtlich mit einem Lächeln auf den Lippen und wiegten sich zur Musik.

Karin Müller-Bayer, die Leiterin des Posaunenchores Neustadt am Kulm, dirigierte in ihrer typisch detaillierten Weise das beliebte Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen“ (Peter Strauch, Satz von Dieter Wendel).

Nach dem Abendgebet und dem Vaterunser wurden die Gäste mit dem Lied „Geh unter der Gnade“ verabschiedet (Manfred Siebald, Satz von Dieter Wendel). Endlich durften die Gäste applaudieren und das taten sie gerne und reichlich. Viel zu schnell war die Zeit vergangen, weshalb nach einer Zugabe verlangt wurde. Diese wurde auch gewährt. Gerne hätten die Gäste noch länger den herrlichen Klängen der gut 30 Bläser gelauscht, aber die Sonne machte den Musikern zunehmend zu schaffen, da sie immer mehr blendete. Mit dem Bläsergruß dankten die Musiker/innen für den Applaus.

Doch das Musikereignis kann im nächsten Jahr noch einmal erlebt werden. Denn es wurde vor Ort mitgeschnitten. Ausschnitte davon werden im nächsten Jahr auf dem Posaunentag zusammen mit Erinnerungen von allen 101 Auftaktkonzerten zu sehen sein.

Bleibt die Hoffnung auf eine Wiederholung auf dem schönen Barbaraberg.