Die Berggottesdienste im Sommer erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Bei niedrigen Inzidenzwerten konnte der Berggottesdienst mit der schönsten Aussicht wieder auf der Burgruine Waldeck angeboten werden.

Im warmen Sonnenschein und bei einer lauen Brise saßen die Gläubigen mit genügend Abstand auf bereitgestellten Stühlen oder den Felsen ringsherum. Ausgestaltet wurde der Gottesdienst vom Bläserensemble des Wirbenzer Posaunenchores unter der Leitung von Susi Kropf, sowie vom Kirchenchor aus Wirbenz unter der Leitung von Gertraud Burkhardt. Für die Kinder wurde ein separater Kindergottesdienst angeboten.

Pfarrerin Kathrin Spieß erbat in ihrer Begrüßung ebenso, wie der Posaunenchor in seinem ersten Lied „Komm heil´ger Geist“ und dankte den Gottesdienstbesuchern wie im Liedtext „Kommt herbei, singt dem Herrn“. Im Psalmgebet ging Gabriele Scherl auf das Vertrauen in Gott und seine Fürsorge ein. Im Psalm 36 wurde die Schönheit der von Gott geschaffenen Welt gepriesen und auf seine Liebe hingewiesen, mit der er für seine Kinder sorgt.

Pfarrer Kühn aus Speichersdorf überlegte im Kyrie, wie gefangen die Menschen in ihrem Alltagstrott oft sind, wie Sorgen und Probleme einengen. Doch Gott hilft aus dem Tief heraus. Im Gespräch mit Gott könne man erkennen, was man tun könne. Gott komme zu Hilfe. So eröffnen sich neue Perspektiven und man könne auch bei sich vor Ort etwas bewirken und zum Guten wenden. Er gab auch zu bedenken, welch großes Leid, Ungerechtigkeit und Elend es auf der Welt gibt. „Das lässt mich nicht kalt!“, betonte er. Es sollte nicht hingenommen werden, nur weil es weit weg passiert. Im Gebet bat er: „Wir bitten dich, Gott, komm uns zu Hilfe. Berühre uns mit deiner Wärme und überwinde unsere Gleichgültigkeit.“

Im Evangelium wurde von Natanael und Jesus erzählt. Natanael erkannte in Jesus nicht gleich den angekündigten Messias, fand aber zum Glauben.
Mit einem gesungenen Glaubensbekenntnis wurde auf die Predigt übergeleitet.

Pfarrer Hartmut Klausfelder legte darin den Begriff Panorama (übersetzt aus dem Griechischen: ich sehe alles) in vielfältiger Weise aus. Das könne nirgends leichter fallen, als auf dem Waldecker Burghügel, wovon in alle Richtungen ein grandioser Weitblick möglich ist, betonte der Geistliche. Man könne alles sehen, so wie Gott, der für jeden Menschen einen Plan hat und mit Weitblick gestaltet. Die zehn Gebote sollen dem Zusammenleben der Menschen helfen. Trotzdem dürfe man das Leben in voller Bandbreite genießen. Klausfelder erklärte dies so: „Ich bin der festen Überzeugung: Wenn wir den Glauben wirklich ernst nehmen, dann bekommen wir einen weiteren Blick, dann haben wir mehr Panorama als vorher. Wer glaubt, der sieht mehr. Wer glaubt, der erkennt vor allem die Zusammenhänge!“
Er sinnierte anschließend über mehrere Beispiele, die ein erfülltes Leben ermöglichen. Er nannte Geld, das Vieles ermöglicht. Hier kam ein Protestruf aus dem Publikum, der das laut und deutlich verneinte. Doch er war schnell versöhnt, als Klausfelder warnte, dass Geld aber dazu führen könnte, dass man blind dem oberflächlichem Luxus hinterherjagt. Das zweite Beispiel sei die Spaßgesellschaft. Spaß und Frohsinn seien erst einmal gut, doch sie dürfen nicht dazu führen, dass man in einer Illusion lebt und den Blick für das wahre Leben verliert.

Man müsse aufpassen, dass nicht oberflächliche Ziele wie Geld und Spaßgesellschaft die Oberhand gewännen. Der Blick auf das Wesentliche und das Miteinander, sowie der Blick auf Jesus dürfe nicht verstellt oder verdrängt werden. Die Weite des Glaubens richtet sich auf Jesus und das ewige Leben bei ihm aus.

Der Besucher, der aktiv mitreden wollte, bestätigte dies zusammenfassend: „Danken, Lachen und Lieben machen glücklich!“ Dem stimmte Klausfelder zu und rief voller Überzeugung auf: „In diesem Sinne, liebe Gemeinde, lade ich Sie ein. Kommen Sie und erleben Sie die wunderbare Weite des Glaubens an Jesus Christus. Er bietet uns ein Panorama, wie wir es noch nie gesehen haben. Wie sagt Jesus: „Ihr werdet den Himmel offen sehen – und die Engel Gottes herauf- und herabfahren über dem Menschensohn.“ Was für ein Panorama!“

In den Fürbitten dachte das geistliche Quartett an die Sehnsucht nach Freiheit und Erholung, nach Sicherheit und Trost und nach Frieden und eine bessere Welt. Sie baten um Schutz für die Reisenden und um Unterstützung und Segen für die Flutopfer und für die Menschen auf der ganzen Welt.

Am Ende der Andachten zogen die Kinder unter der Leitung von Gerlinde Nerlich in den „Gottesdienst der Großen“ ein.
Sie brachten einen Baum mit, der mit vielen guten Gedanken bestückt war. Es waren Liebesgebote für die Menschen. Die Kinder hatten bedacht, dass ein Baum ohne Wurzeln nicht bestehen kann. Gott gibt den Menschen Halt, wie die Wurzeln dem Baum. Ohne Gebote ist ein gutes Miteinander zwischen den Menschen nicht möglich, ohne Gebote brechen die Menschen und gehen kaputt, wie ein Baum im zu starken Sturm. In den Geboten müssen die Menschen lernen und sich biegen zum Besseren hin.
Am Ende riefen die Kinder zum Applaus für Gott auf, der alles so wunderbar gemacht hat. Dem Aufruf kamen die Gäste gerne nach!