Die evangelische Kirchengemeinde Neustadt am Kulm darf sich schon die ganze Coronazeit lang über besinnliche Spazierwege freuen. Erst waren sie hauptsächlich an die Kinder gerichtet, um für den fehlenden Kindergottesdienst einen Ausgleich zu schaffen.

Doch nun organisierte das Kindergottesdienstteam mit Pfarrer Klausfelder, Christine Rupprecht und Evi Sloot einen Ostergarten, bzw. einen Passions- und Osterweg. Unterstützung fanden Sie beim Kindergartenteam, Bürgermeister Haberberger, Ehepaar Roth vom Obst- und Gartenbauverein und der katholischen Pfarrei mit Pfarrer Grillmeier im benachbarten Mockersdorf. Am vergangenen Freitagnachmittag wurden die verschiedenen Stationen aufgebaut und schon von ersten Besucherinnen in Augenschein genommen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist weithin sichtbar. Denn aus Anlass dieser Osteraktion wurde am kleinen Kulm ein Gipfelkreuz aus Metall aufgestellt. Mit einer Dornenkrone wird dort zusätzlich an die Kreuzigung Jesu erinnert. Licht und Schatten lassen den Betrachter in Gedanken versinken und an Jesu Leiden denken. Wer sich von der Kletterpartie zum Kreuz ein wenig ausruhen möchte, kann sich beim Rastplatz niedersetzen und die besinnlichen Worte aus der Bibel lesen und danach den Blick über die Kulmstadt schweifen lassen.

Der Weg beginnt beim „Haus der kleinen Füße“ mit der Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem. Das Kindergartenteam gestaltete mit den Kindern den langen Weg, der mit Kleidern als „königlichem“ Teppich ausgeschmückt wurde. Kinder dürfen den Weg mit Straßenkreiden verlängern. Für jeden Besucher gibt es eine kleine Überraschung. Wer sein Handy dabei hat und den QR-Code scannt wird ein weiteres Highlight erleben. Besucher des Weges halten diese Station deshalb für die Schönste.

Station 2 ist im Gemeindehausgarten zu finden. Dort wird an das letzte Abendmahl von Jesus und den Jüngern erinnert.

Weiter geht es in den Schulhof zu den Hochbeeten des Obst- und Gartenbauvereins. Dort ist unter den liebevollen Händen von Birgit Roth und ihrem Mann der Garten Gethsemane entstanden. Jesus betet inniglich, während seine Jünger schlafen. Wer seine Gedanken zu Papier bringen möchte, kann sie ins Vogelhaus legen, das schon die Kigo-to-go-Wege begleitet hat.

Der Aufstieg zum kleinen Kulm lohnt sich. Dies ist der anstrengendste Teil des Weges, aber auch der besinnlichste. Das neue Kreuz auf dem Basaltfelsen erinnert an den Berg Golgatha und an die Kreuzigung des Heilandes. Die Grablegung Jesu ist unter der großen Linde bei der Friedhofskirche, gleich am Fuße des kleinen Kulms dargestellt.

Nun geht es zurück in den Ort in die Dreieinigkeitskirche. Dort sieht man das Grab Jesu, das offen ist. Ein Engel berichtet, dass Jesus auferstanden ist.

Der auferstandene Jesus ist danach verschiedenen Menschen erschienen. Am Bekanntesten ist wohl die Geschichte von den Emmausjüngern, die Jesus auf ihrem Weg nach Hause getroffen haben und erst erkannten, als er beim Essen das Brot brach. Diese Szene ist in Mockersdorf zu finden. In der Aussegnungshalle hinter der Kirche kann man sie betrachten.

Auf diesem Spazierweg kann man Jesus auf seinem Leidensweg nahe sein und begleiten. Man darf aber auch an der Osterfreude teilhaben und Jesu Geschenk, das er mit seinem Kreuzestod und der Auferstehung an uns gibt – das ewige Leben im Himmelreich bei Gott - dankbar annehmen. An jeder Station sind kleine Überraschungen hinterlegt, die sich nicht nur an die Kinder richten. Sie sind als Erinnerung an den Weg und an Jesu Passion gedacht. Sie wurden unter hygienischen Bedingungen für die Besucher verpackt und sind in kleinen Eimern wetterfest verpackt.

Die Besucher finden an jeder Station besinnliche Worte und Auszüge aus der Bibel vor. Der Weg eignet sich also auch als Alternativangebot zum Ostergottesdienst, wenn man wegen Corona geschlossene Räume vermeiden möchte.

Nach dem großen Erfolg mit den Kigo-to-go-Wegen richtet sich dieser Weg bewusst auch an die Erwachsenen scheint auch wieder großen Anklang zu finden. Denn bereits am Palmsonntag waren viele Familien und Pärchen auf den Spuren Jesu unterwegs.

Der Weg steht noch bis zum 18. April und ist auch mit dem Kinderwagen befahrbar. „Wir hatten große Freude beim Aufbauen und geben diese Freude gerne weiter!“ berichtet Christine Rupprecht. Nach getaner Arbeit besichtigten die Organisator/innen und Kirchenvorstandsmitglieder die Arbeiten am Kirchturm, die kurz vor dem Abschluss stehen, und freuten sich an der grandiosen Aussicht. „Das war ein herrliches Erlebnis, ein Höhepunkt und ein wunderbarer Abschluss eines erfüllten Tages!“, schwärtmen die Gipfelstürmer.