Unserer Einladung zur besinnlichen Abendwanderung sind am Wochenende in Neustadt am Kulm viele Gemeindeglieder gefolgt. Neben dem herrlichen Naturerlebnis erhielten die Wanderer auch geistige Nahrung von Pfarrer Klausfelder.

Die Kirche im Allgemeinen bewegt immer wieder die Gemüter. Kirche will bewegen, nämlich die Gläubigen anregen, das Richtige zu tun und auf Gott zu vertrauen. Kirche bewegt und stärkt Geist und Seele. Nicht jeder findet den Zugang im üblichen Gottesdienst. Deshalb bieten wir mit der Reihe „Kirche bewegt“ neue Angebote für alle an, die den Glauben und den Sinn des Lebens suchen.

Nach der Radtour im Juli wurde nun eine Abendwanderung rund um das Kulmstädtchen angeboten. Wir starteten am Neustädter Friedhof, direkt unterhalb der Friedhofskirche. Obwohl vom Westen dunkle Wolken aufzogen, durfte Pfarrer Klausfelder 27 Wanderer begrüßen. Passend zu den Wolken am Himmel wies er auf das Thema der besinnlichen Wanderung hin: „Lebenswasser“! Ohne Wasser ist kein Leben auf der Erde möglich. Alles hängt vom Wasser ab.

Er erklärte, dass die meisten Menschen den Friedhof als Endstation sehen. „Nach der christlichen Überzeugung eröffnet das Sterben aber einen neuen Anfang! Deshalb startet die Abendwanderung auch hier!“, erklärte Klausfelder. Auf katholischen Gräbern befinden sich Behälter mit Weihwasser, das gerne auf den Gräbern versprüht wird. Das ist ein schönes Symbol für das Wachsen und neues Leben. Weihwasser dient auch der Erinnerung an die Taufe. Die Verbindung zu Gott durch die Taufe kann auch der Tod nicht auslöschen.

Mit dem Pilgerstab in der Hand führte Klausfelder seine Wandererschar zum Neuweiher. Während es leicht tröpfelte, erzählte er das Märchen vom Lebenswasser. Darin machte man sich Gedanken, ob ein ewiges Leben auf Erden sinnvoll ist. Am wohl schönsten Aussichtspunkt unterhalb des Ortes wurde im Wechsel der 23. Psalm gebetet. „Der Herr ist mein Hirte …. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser“. Gottes Fürsorge wurde in diesem Augenblick auch durch sein Zeichen – einem leichten Regenbogen, erkennbar. Weiter ging es zur alten Straße nach Eschenbach und an dieser entlang durch die Flur an den Feldern vorbei.

Am Kirchenweiher wurde zum dritten Mal angehalten. Pfarrer Klausfelder erzählte die biblische Geschichte von der Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda bei Jerusalem (Johannes 5). Dieser Mann wartete auf die Bewegung des Wassers, das nach seinem Glauben ein Engel aufwühlte. Doch er war zu langsam, um in das heilende Wasser zu gelangen. Als Jesus zum Teich kam heilte er den Gelähmten durch seine Nähe und seinen Zuspruch ganz ohne Wasser.

„Auch Martin Luther predigte: „Wasser alleine tut’s freilich nicht, sondern das Wort Gottes und der Glaube, der das Wort annimmt!““ Die besinnliche und befreiende Wanderung endete zum Glockengeläut mit dem Vaterunser und dem Pilgersegen im Schulhof neben der Dreieinigkeitskirche. Anschließend saßen die Wanderer noch im Pfarrgarten bei sommerlichen Temperaturen zusammen und tauschten ihre Eindrücke der Abendwanderung aus. Körper, Geist und Gemüt hatten Nahrung erhalten. Die Teilnehmer freuen sich bereits auf die nächste besinnliche Abendwanderung.