In Neustadt am Kulm feierte die Evangelische Kirchengemeinde die Jubiläen zahlreicher Konfirmanden. Feierlich umrahmt von den vereinigten Posaunenchören der Kirchengemeinde und von herrlichem Sommerwetter begleitet, wurde es ein wunderschöner Tag für die Jubilare.

Bei einem Festgottesdienst feierte die Evang. Kirchengemeinde in Neustadt am Kulm mit ihren Jubilaren. Beim feierlichen Einzug in die Dreieinigkeitskirche wurden sie von den diesjährigen Konfirmanden und dem Kirchenvorstand begleitet. Die Jubelkonfirmation wird bei den Evang. Christen 25 (silberne), 50 (goldene), 60 (diamantene)und 70 (eiserne) Jahre nach der ersten, der sogenannten grünen Konfirmation gefeiert. Dabei wird das Band der Taufe, die Gemeinschaft mit Gott erneuert.

Es ist in jedem Alter ein bewegendes Ereignis, da es ein Wiedersehen mit ehemaligen Nachbarn und Freunden ermöglicht, die man teilweise schon Jahrzehntelang nicht mehr gesehen hat. Deshalb stellte Pfarrer Hartmut Klausfelder auch die Gemeinschaft untereinander und die Gemeinschaft mit Gott in den Mittelpunkt des Festgottesdienstes.

Klausfelder dankte gleich zu Anfang allen, die die Kirche mit Birken und Blumen ausgeschmückt haben und den Musikern der vereinigten Posaunenchöre aus Neustadt am Kulm und Frankenberg unter der Leitung von Monika Klausfelder, sowie Monika Brand an der Orgel.

Passend zum Predigtthema „Beschwingt durchs Leben gehen“, das Klausfelder für Alle gut sichtbar vor dem Altar aufgeschrieben hatte, sang die Gemeinde das bekannte Lied „Tut mir auf die schöne Pforte“! Denn immer wieder öffnen und schließen sich im Leben Türen. „Es gibt schöne Momente, in denen der Gang aufrecht, der Kopf erhoben, der Gang leicht und federnd ist.“, erzählte der Geistliche und forderte die Jubilare auf, sich zu erinnern. Bei Erfolgserlebnissen in Beruf und Privatleben, sowie im Verein könnte es so sein. Aber auch nach einem schönen Tanzabend, einem begeisternden Konzert oder wenn das Wunder von Nachwuchs in der Familie geschehen ist. Eine bestandene Prüfung ein gutes Ergebnis bei der ärztlichen Untersuchung etc. – es gäbe noch viele weitere Beispiele, die Menschen beflügeln und beschwingt durchs Leben gehen lassen.

Auch dem Beter des 103. Psalmes, den Klausfelder mit der Gemeinde im Wechsel betete, ging es wohl ähnlich. Dieser Psalm, der mit den Worten „Lobe den Herrn, meine Seele…“ beginnt, ist sehr bekannt.

Doch Jeder kennt auch die Schattenseiten des Lebens. Auch darauf ging Klausfelder ein. „Es gibt keinen Lebensweg ohne dunkle Flecken, ohne steinige und mühsame Momente, ohne trüben Alltag und Sorgen.“, betonte er. Klausfelder stellte der Gemeinde die Frage, ob der beschwingte Gang nur für die schönen Tage im Leben geeignet sei und verneinte diese. „Beschwingt durch das Leben zu gehen, das kann sogar eine christliche Grundhaltung sein!“, animierte er seine Gemeinde.

Er machte die Zuhörer auf ein Wortspiel aufmerksam. „Beschwingt“, wie oben beschrieben ist möglich – oder „be-schwingt“. Dabei führte er den Gedanken in Richtung von Adlerschwingen oder Engelsflügel. Denn alle Christen werden durch das Leben getragen. „Wer auf Gott vertraut, der muss Schicksalsschläge und angstvolle Momente nicht alleine ertragen. Gott ist da, gibt Halt und fängt den Haltsuchenden auf.“

Klausfelder betonte, dass Engel keine Fantasiegestalten sind, sondern in der Bibel benannt werden. Sie sind Boten Gottes. Ihre Botschaft an die Menschen ist immer „Du bist nicht allein in allen Herausforderungen des Lebens!“ Das sei gerade in der heutigen Zeit eine wichtige Botschaft, auf die man sich immer wieder konzentrieren darf, gab Klausfelder den Jubilaren und den Angehörigen mit auf den Weg. Gerade in der Zeit von Einzelkämpfermentalität, Leistungsdruck und dem Abbruch alter Traditionen lautet die Botschaft: „Du musst dir dein Glück, deinen Selbstwert und deine Existenz nicht selber bauen. Wenn du glaubst und vertraust, dann wirst du getragen. Darum kannst du beschwingt durch das Leben gehen! Geborgen von den Engeln Gottes, beschwingt von der Botschaft, dass Gott in Jesus Sünden vergibt und wahres, richtigen Leben schenkt, dem der Tod nichts anhaben kann!“

Mit dem gerne gesungenen Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ unterstrich Klausfelder seine Worte. Mit einem gemeinsamen Abendmahl der Jubilare und des Kirchenvorstandes wurden die segensreichen Worte danach verstärkt. Mit ihren Urkunden der Jubelkonfirmation verließen die Jubilare das Gotteshaus.

Im schönen Garten des Gemeindehauses wurde durch Frau Sandra Hirschke aus Filchendorf ein Erinnerungsfoto erstellt. Mit ihren Familien ließen die Meisten das Fest mit einem Mittagessen im Kreise ihrer Familien ausklingen.